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Arnstadt: Kundgebungstour von Thügida zeigt deren Bedeutungslosigkeit

Eintragsdatum: 2017-06-16Quelle: Antifa Arnstadt-Ilmenau

Nachdem die Nazis der Patriotischen Bürgerbewegung für Arnstadt (PBfA) ihr für den 3. Juni geplantes Kinder- und Familienfest kurzfristig abgesagt haben, hat Thügida stattdessen unterstützend am 8. Juni in Arnstadt eine Kundgebungstour veranstaltet. Im Rahmen dieser wurde auch dem Arnstädter Rathaus einen Besuch abgestattet, um sich über ein nicht erteiltes Verbot zu echauffieren.

Eigentlich planten die Nazis um PBfA am 3. Juni ein Kinder- und Familienfest auf der Hammerwiese durchzuführen. Dieses wurde aber kurzzeitig abgesagt. Als Begründung führten die Nazis an, dass die Veranstaltung durch den Bürgermeister verboten worden sei. Der dazu an den Anmelder Sven Krämer zugestellte und auf Facebook veröffentlichte Bescheid aber bezeugt anderes. Dort ist zwar nachvollziehbar, dass der Bürgermeister kein Interesse daran hatte, den Nazis in Innenstadtnähe ein Fest zu genehmigen. So wurde die Durchführung auf der Hammerwiese neben dem Skaterpark nicht genehmigt und als alternativer Veranstaltungsort der ehemalige Sportplatz in Rudisleben angeboten. Vom Verbot kann hier allerdings nicht die Rede sein. Sowieso scheint das als Begründung nur vorgeschoben, denn dem organisatorischen Aufwand, der mit der Durchführung eines Festes einhergeht, hatten die Veranstalter wohl wieder unterschätzt. Die Bewerbung lief schlecht und nur über die einschlägigen Naziportale, von den 500€ veranschlagten Kosten konnte kein einziger Euro akquiriert werden und ob für den Streichelzoo, die Hüpfburg und alles andere jemals jemand angefragt war, ist auch fraglich.

Das Kinder- und Familienfest der Arnstädter Nazis sollte unter dem Label „Ein Volk hilft sich selbst“ stattfinden. Dabei handelt es sich um eine Initiative von Thügida in Kooperation mit „Wir lieben Sachsen“, die auch immer wieder überregional mit anderen Nazis zusammen arbeiten. Im Rahmen dieser Initiative wird im Internet immer wieder zu Spenden aufgerufen, damit diese im Rahmen von Kundgebung, also von nazistischen Inhalten umrandet, kostenlos verteilt werden können. Damit haben Thügida und Co. einen Trend aufgeriffen, der seit der gestiegenen Anzahl an Geflüchteten in Deutschland das wieder lauter gewordenene rassistische Geraune begleitet. Im Zuge des sich Aufregens über Sozialleistungen gegenüber Geflüchteten wird seit je her immer wieder suggeriert, Deutsche werden zu deren Gunsten von Staat vernachlässigt. Appeliert wird so nicht nur an die Einrichtung eines Sozialstaates, dessen Leistungen sich an der Abstammung und Nationalität orientieren (als wäre das nicht sowieso so). Im Zuge dessen haben die Nazis auch eine neue Solidarität gegenüber sozial Ausgegrenzten entdeckt, die nur dem Schein nach den vorher propagierten Sozialdarwinismus gegenüber diesen ablöst, denn sie steht nicht im Widerspruch mit der Ausgrenzung sozial Abgehängter, sondern ist deren Ausdruck. Gleichzeitig wird versucht in dem wohltätigen Engagement der Nazis eine Nähe zur Bevölkerung aufzubauen und sich als solche darzustellen, die sich kümmern, wo es der Staat und „die da oben“ nicht tun.

So kam es den Nazis wahrscheinlich gerade recht, die Schuld für die Absage des Kinder- und Familienfestes dem Bürgermeister in die Schuhe schieben zu können. Fälschlich wird nun öffentlich von einem Verbot gesprochen, wo ein solches nie erteilt wurde und man versuchte öffentlichkeitswirksam dem Bürgermeister „Die soziale Flasche des Monats“ zu überreichen. Nur den Bürgermeister hat man nicht angetroffen und Öffentlichkeit gab es auch keine. Der Reihe nach: Nachdem das Kinder- und Familienfest von PBfA abgesagt wurde, eilte den Arnstädter Nazis um Sven, Sven und Nicole Thügida zu Hilfe. David Köckert und Alexander Kurth brachten neben ihrem Fischwagen Uta Nürnberger als Rednerin mit nach Arnstadt, um unter dem Label „Ein Volk hilft sich selbst“ am 8. Juni an verschiedenen Orten Kundgebungen in Arnstadt abzuhalten. Neben dem Halten von Redebeiträgen wurden Spenden auf einer Biertischgarnitur zum kostenlosen Mitnehmen ausgelegt. Außerdem überreichte man im Laufe des Tages im Bürgermeisterbüro dem Stellvertreter des Bürgermeistern Ulrich Böttcher „Die soziale Flasche des Monats“. Die Aktion blieb weitestgehend unbeachtet und auch die Ressonanz auf die Kundgebungen und Sachspenden war, den Bildern nach zu urteilen, äußertst überschaubar. Alles in allem war der Tag also ein weiterer Ausdruck der zunehmenden Bedeutungslosigkeit von Thügida, die mit ihren einst Tausend Teilnehmer zählenden Aufmärschen ihren Zenit lange überschritten hat.

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