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Zella-Mehlis: Nazi-Konzert im Einsiedel

Eintragsdatum: 2012-03-01Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Am 02. März 2012 soll in der Gaststätte »Einsiedel« in Zella-Mehlis ein Konzert stattfinden, welches unter dem Titel »Frostbrand Tour 2012« steht und sich damit auf den Headliner des Abends »Fimbulvet« bezieht.

Auf den ersten Blick scheint es sich um ein ganz normales Metal-Konzert zu handeln, was sich durch in diesem Genre bekannte Bands auszeichnet. Beim genaueren Nachsehen wird deutlich, dass es sich nicht nur um vergnügliche Metal-Bands mit einem Germanenfetisch handelt, sondern auch um Menschen, die Kontakte zur Neonaziszene pflegen.
Die Band »Menhir«, wurde anfänglich vom Thüringer Innenministerium als »unpolitisch« eingestuft. Was genau dieser schwammige Begriff bedeutet wissen sie wahrscheinlich selber nicht genau. Bis zum Jahre 2008 diente diese leere Worthülse wohl als Deckmantel und reichte in Metalkreisen vollkommen aus. Kritik an der Gruppe tauchte auf, als diese immer wieder Hakenkreuze im Bandlayout verarbeitete. Die Kritik steigerte sich, als ein Neonazi bei einem Konzert in Moskau mit einem T-Shirt des rechtsextremen »Slawenbundes« auf der Bühne zu sehen war. Auf dem Album »Hildebrandslied« grüßen sie ebenfalls die NS- Black Metal Band »Graveland«. Erst als das ZDF-Kulturmagazin sie in einer Reportage über den merkwürdigen NS-affinen Trachtenverein "Ulfhednar" erwähnt, sieht sich die Band um ihren Ruf besorgt. Jedoch scheint es so, als wäre man eher in Sorge über die eigenen Verkaufszahlen. Bevor die Band in das Licht der Öffentlichkeit gerückt wurde, schien es ihnen gänzlich egal zu sein. Bandmitglieder von »Menhir« sind aber nicht nur im Metalbereich aktiv, sondern ebenfalls in einer »Reenactment« Gruppe. Dies sind Gruppen, die historische Ereignisse möglichst realistisch darstellen wollen, wie z.B. Schlachten. Die Gruppe, in der die Mitglieder der Band »Menhir« aktiv sind, heißt »Ulfhednar«. Eben diese geriet 2007/2008 in die Kritik, da sie Hakenkreuze auf ihre Schilder malte oder auch in den Farben schwarz-weiß-rot Standarten mit Hakenkreuzen erstellte. Dass es sich dabei nicht nur um eine, laut Mitgliedern der Gruppe, »historische Auslegung« handelt, sondern viel mehr um die Absicht sich mit NS-Devotionalien zu zeigen, zeigt sich darin, dass ein Mitglied die SS-Parole »Meine Ehre heißt Treue« als Tattoo trägt. Letztes führte schließlich bei einer Großveranstaltung in Paderborn zum Eklat. Sichtlich getroffen begann sich die Gruppe als Opfer einer »Antifa Verleumdungskampagne« darzustellen und kam sogar zu dem Schluss, Reporter des ZDF Kulturmagazines, welche kritisch über diese Gruppe berichteten, hätten Verbindungen zum »linksextremistischem Lager«. Als Reaktion sahen sie sich, wie schon die Band »Menhir«, dazu gezwungen, sich von der rechten Szene zu distanzieren. Das aber wohl eher weil man befürchtete, Aufträge verlieren zu können. Die Gruppe empfand Hakenkreuzstandarten wohl als schön, da hier anscheinend der Hang zur NS-Symbolik unkompliziert ausgelebt werden konnte.
Aber nicht nur die Band »Menhir« ist kritisch zu betrachten. Der Headliner »Fimbulvet« ebenfalls. Die Band spielte in ihrer Laufbahn unter anderem mit der rechtsextremen Viking/ Pagan Metal Band »Varg« zusammen, dessen Sänger Phillipp »Freki« Seiler unter anderem Kontakte zum Neonazi und verurteilten Mörder Hendrik Möbus pflegte. Dieser geriet außerdem durch ein im Internet aufgetauchtes Bild in die Kritik, auf welchem er mit einem T-Shirt der Naziband »Absurd« zu sehen war. Phillipp »Freki« Seiler versuchte sich zwar offiziell von der rechten Szene zu distanzieren, es gibt aber jede Menge Kontroversen im Internet zu seiner Distanzierung. So wird zum einen behauptet, es sei eine Hetzkampagne von NS Black Metalern, die seine Distanzierung und den Ruf der Band schädigen wollen und andererseits wird Vargs Stellungnahme in antifaschistischen Internetforen als nicht wirklich ernst zu nehmen eingestuft.
Das Konzert am Samstag wird von »Nocturnal Empire« präsentiert. Das in Erfurt ansässige Label vertreibt unter anderem Klamotten und CDs der Band »Varg«. Ebenfalls wird das Konzert vom »Klangbunker« unterstützt. Dieser macht normalerweise Aufnahmen für lokale Schlagersänger. Warum nun auch ein rechtes Metal Konzert unterstützt wird, bleibt fraglich.
Es ist also mehr als deutlich, dass sich hier Bands versammeln, die zum Teil Kontakte zur nazistischen Metal-Szene haben und auch öffentlich immer wieder durch ihre faschistische Einstellung auffielen. Betrachtet man die Geschichte der Gaststätte »Einsiedel«, dürften sich die Bands auch auf ein passendes Publikum freuen, was sich unter anderem aus Neonazis, rechten Schlägern und rechten Hooligans zusammensetzt. Schon früher war das »Einsiedel« immer wieder Ausgangspunkt rechter Gewalt in Zella-Mehlis.
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